28.11.2017

Bohren im Malm: Umstellung des Richtbohrsystems

Modell eines Rotary Steerable System, RSS Copyright: Baker Hughes

Darstellung eines Rotary Steerable System, RSS
Copyright: Baker Hughes

Mit Erreichen des Malm wird das Richtbohrsystem wie vorgesehen wieder auf das ursprüngliche System mit Untertagemotor umgestellt. Grund dafür sind die geänderten Anforderungen des Malm im Vergleich zur vorherigen dritten Bohrsektion.

Welche Funktion hat das Richtbohrsystem?

Damit die Bohrwerkzeuge dem geplanten Bohrpfad folgen, werden diese vom sogenannten Richtbohrservice gesteuert. In der Lichtenau werden zwei verschiedene Richtbohrsysteme eingesetzt. In den oberen Sektionen kam ein Untertagemotor zum Einsatz, der in eine gewünschte Richtung gedreht werden kann und dadurch eine entsprechende Kurve in die gewünschte Richtung bohrt. Ab der dritten Sektion wurde ein „Rotary Steerable System“, kurz RSS, verwendet. Dabei handelt es sich um eine elektronisch gesteuerte, vollautomatische Richtbohreinheit. Dieses RSS misst ständig selbständig ihre Position und Ausrichtung und hält oder ändert den programmierten Kurs mit Hilfe von hydraulischen Backen, die in die verschiedenen Richtungen ausgefahren werden können.

Da während des Bohrens keine Kabel nach unten geführt werden können, werden die Elektronik und die Hydraulik durch eine Turbine versorgt, die von der durchströmenden Bohrspülung angetrieben wird. Das RSS kommuniziert mit Hilfe von Druckimpulsen durch die Bohrspülung mit den Mitarbeitern des Richtbohrservice – den sogenannten Richtbohrern – an der Oberfläche. Umgekehrt können die Richtbohrer auf dem gleichen Weg Steuerbefehle oder Anweisungen nach unten senden.

Für das Bohren im Malm wurde das RSS nun ausgebaut, da der Bohrpfad hier ohne Kurven verläuft. Falls eine Abweichung vom geplanten Bohrpfad auftritt, wird diese durch den Untertagemotor korrigiert.