Wie groß ist der geplante Querschnitt der einzelnen Bohrungen?

Die Bohrungen sind ca. 4.100 Meter tief und haben eine Gesamtlänge von rund. 5.300 Metern. Da die Verrohrung der Bohrungen sich mit jeder Rohrtour teleskopartig verjüngt, reduziert sich der Durchmesser.  Die erste Sektion wird einen Bohrdurchmesser von 26 Zoll (ca. 66 cm) haben. Der Enddurchmesser im Reservoir ist mit 10 5/8 Zoll (ca. 27 cm) vorgesehen.

In einem Artikel im „Kreisboten“ wird beschrieben, dass die Anlage einen elektrischen Eigenbedarf von 30% des erzeugten Stroms habe. Ist es denkbar, dass Ihre Partner an dieser Stelle „etwas optimistisch“ gerechnet haben?

Wir haben den ORC-Prozess modelliert und stützen uns dabei auf detaillierten Performance-Daten von Herstellern für die erwartete Temperatur und Schüttung, sowie auf unseren eigenen Simulationsrechnungen. Die 30% Eigenverbrauch ergeben sich aus ca. 15% für die Förderpumpen, 8% für die luftgekühlten Kondensatoren und 7% für den verbleibenden Anlagenverbrauch, einschließlich Zirkulationspumpen. Wir glauben, dass diese Schätzungen realistisch sind.

Wenn kein Malmkarst in der erwarteten Tiefe und Mächtigkeit angetroffen wird und anstatt dessen die helvetische Sandfazies wie in Mauerstetten, was geschieht dann?

Aufgrund der Analyse der Daten sind wir zuversichtlich, dass wir den permeablen Malm antreffen werden. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass wir auf die sogenannte helvetische Fazies stoßen, werden wir über die Fortsetzung des Projekts neu entscheiden, wobei die Anwendung von Fracking-Technologie ausgeschlossen wird. Ist die Schüttung unzureichend, um eine Bohrung wirtschaftlich zu nutzen, wird die Bohrung fachgerecht verfüllt und der Bohrkopf und Bohrplatz werden zurückgebaut. Das Grundstück wird dann seiner ursprünglichen landwirtschaftlichen Nutzung wieder gewidmet. Das Verschließen der Bohrung und der Rückbau geschieht unter Aufsicht der Bergbehörde, die im übrigen auch hinreichende Sicherheiten für die Durchführung verlangt.

Die zeitliche Perspektive des Projekts wurde auf 30 Jahre beziffert. Woraus erschließt sich diese Perspektive? Ist der Grundwasserleiter dann so weit ausgekühlt, dass er nicht mehr nutzbar ist bzw. unter derzeitigen Voraussetzungen nicht mehr rentabel nutzbar ist?

Unser lokales dreidimensionales numerisches Reservoir-Modell und die Erfahrung zeigt, dass die Nutzungsdauer eines Geothermie Projektes 30 Jahre weit überschreitet. Das liegt daran, dass das Reservoir sehr groß ist und auch von der Erde kontinuierlich aufgewärmt wird. Erst nach ca. 50 Jahren zeigt unser lokales Reservoir-Modell eine örtlich begrenzte Auskühlung im Projektbereich.
Das Leibnitz-Institut für angewandte Geophysik (LIAG) hat im Auftrag des Bundesumweltministeriums ein regionales Reservoir-Modell des Großraums München erstellt, welches zeigt, dass keine gegenseitige Beeinflussung der Geothermie-Projekte in der Münchener Region zu erwarten sind, und dass eine Auskühlung auch auf lange Frist örtlich begrenzt bleibt.

Wieso ist es möglich statt der ursprünglich 10 MW elektr. Leistung jetzt 26 MW bei gleicher Baugröße zu produzieren?

Die ursprünglichen 10 MW waren die elektrische Netto-Leistung (also nach Abzug des Eigenverbrauchs) bei zwei geplanten Dubletten. Die Angabe einer elektrischen Leistung von bis zu 26 W sind die erhoffte Brutto-Leistung bei drei Dubletten.  Nach Abzug des Eigenverbrauchs entspricht dies etwa 18MW netto. Wenn man die ursprüngliche Planung auf 3 Dubletten hochrechnet, wäre die Leistung also 15MW netto.  Der Unterschied von 18MW zu 15MW (+20%) erklärt sich aus neuen Annahmen zur Produktivität und Temperatur des Reservoirs. Diese elektrische Leistung kann durch Optimierung der Anlage bei gleicher Baugröße erzeugt werden.

Was geschieht mit dem Bohrloch bzw. den -löchern bei nicht ergiebiger Schüttung?

Für den unwahrscheinlichen Fall einer Schüttung, die unzureichend ist, um eine Bohrung wirtschaftlich zu nutzen, wird die Bohrung fachgerecht verfüllt und der Bohrkopf und Bohrplatz werden zurückgebaut. Das Grundstück wird dann seiner ursprünglichen landwirtschaftlichen Nutzung wieder gewidmet. Das Verschließen der Bohrung und der Rückbau geschieht unter Aufsicht der Bergbehörde, die im übrigen auch hinreichende Sicherheiten für die Durchführung verlangt.

Wie hoch ist die geplante, aus dem Boden gewonnene Energie?

Auf Grundlage der Voruntersuchungen rechnen wir mit einer elektrischen Leistung von bis zu 26 MW. Nach Abzug des Eigenverbrauchs entspricht dies einer Leistung von etwa 18 MW.

Wieviel der gewonnenen Energie benötigen Sie für die Förderpumpen?

Die Förderpumpe benötigt ungefähr 15 Prozent der Leistung, also bei den geplanten 26 MW ca. 4 MW.

Wieviel der gewonnenen Energie benötigen Sie für die Druckpumpen?

Für die Anlage wird nicht mit dem Einsatz von Druckpumpen gerechnet.

Wieviel der gewonnenen Energie ist die Zuführenergie für die Generatoren?

Die Zuführenergie für die Generatoren ist praktisch gleich Null und in der Praxis vernachlässigbar.

Wieviel der gewonnenen Energie ist Verlustleistung über die Kühler?

Die Luftkühler werden ungefähr 8 Prozent und der übrige Teil der Anlage ca. 7 Prozent der Gesamtleistung verbrauchen.

Wieviel der gewonnenen Energie ist für die Heizleistung für die Haushaltsversorgung geplant?

Dies prüfen wir zur Zeit gemeinsam mit den Stadtwerken Weilheim. Zu diesem Zeitpunkt ist es noch zu früh, um hierzu eine belastbare Aussage zu treffen.

Planen Sie die für die Pumpen benötigte Leistung von den Generatoren zu nehmen oder vom öffentlichen Netz?

Es ist geplant die Energie für die Förderpumpen und die gesamte Anlage über den Generator abzudecken.

Können Sie die Berechnung von Prof. Emeis öffentlich machen, in der angeblich nachwiesen wird, dass die Abwärme beim Stromproduktionsprozess keinen Einfluss auf das Mikroklima hat (laut Kreisbote vom 30.3.)?

Gemäß der Berechnungen von Prof. Dr. Stefan Emeis, Sprecher Arbeitskreis „Energie und Klimaschutz“, Weilheimer Agenda 21, hat die Abwärme beim Stromproduktionsprozess so gut wie keinen Einfluss auf das lokale Mikroklima im Umkreis des Geothermie-Kraftwerks in Weilheim. So kann die Bildung von Schwaden ausgeschlossen werden. Umgekehrt könnte in einzelnen Fällen (niedrige, dünne Hochnebeldecke) die aufsteigende trockene, warme Luft sogar die Wolkendecke lokal auflösen. Zudem ist der durch den Betrieb der Anlage auf die Anlage hin gerichtete Wind in Entfernungen von mehr als ungefähr 1500 – 2000 m nicht mehr nachweisbar. Dann liegt der Wert unter der messtechnischen Grenze für die Messung der Windgeschwindigkeit von ca. 0,5 km/h. Ein Wind ist erst als Hauch im Gesicht spürbar, wenn er mindestens Windstärke 2 (6 – 11 km/h) erreicht. D.h., man wird den Wind nur näher als in 150m Entfernung von der Anlage spüren (und das auch nur bei völliger Windstille).