15.11.2017

Wechsel der Bohrspülung

Mit dem Erreichen des Malm, aus dem das Heißwasser gefördert werden soll, wird die Bohrspülung auf eine ultraleichte Biopolymerspülung umgestellt. Diese besteht fast nur noch aus Wasser. Der Druck des Wassers im Malm ist sehr gering, weshalb das Wasser beim Anbohren nicht herauskommt, sondern die Bohrspülung drückt in das Reservoir. Man spricht hier von „Spülungsverlusten“. Diese Verluste werden durch die sehr leichte Bohrspülung verringert. Das Biopolymer dient dem verbesserten Transport des Bohrkleins vom Meißel zur Oberfläche.

Tatsächlich wurden in der Lichtenau beim Bohren im Malm an mehreren Stellen Spülungsverluste gemessen. An diesen Stellen wurde der Spülung etwas Kreide beigesetzt, um die Poren vorübergehend zu verschließen und so die Verluste zu verringern. Die Kreide wird bei der späteren Reinigung des Bohrlochs wieder herausgefördert, um die Leistung des Brunnens nicht zu beeinträchtigen.

Welche Funktion erfüllt die Bohrspülung?

Die Bohrspülung ist von entscheidender Bedeutung für die Bohrung. Sie hat die Aufgabe das Bohrloch zu stabilisieren bis die Verrohrung eingebaut ist: Sie transportiert das Bohrklein vom Meißel zur Oberfläche, kühlt die Bohrwerkzeuge, treibt die Turbinen der Bohrmotoren und Generatoren für die Elektronik Untertage an und sorgt für die Bohrlochkontrolle. Die in der Lichtenau eingesetzte Bohrspülung entspricht der Wasserschutzklasse 1, der höchsten Stufe die in Deutschland existiert. Hauptbestandteile sind Pottasche und Biopolymere (vergleichbar mit dem bekannten Mondamin Soßenbinder) und zur Pufferung wird Zitronensäure verwendet.