02.11.2017

Wichtiger Meilenstein: Finale Bohrtiefe erreicht

Das Geothermie-Projekt in der Lichtenau hat die letzte Bohrsektion erreicht und ist bei der finalen Bohrtiefe von 5.174 Metern (das entspricht 4.130 Metern vertikal) angekommen. Insgesamt durchläuft die Bohrung fünf Sektionen, die anschließend verrohrt wurden. Die Durchmesser verjüngen sich nach unten, da der Bohrmeißel für jede Sektion immer durch die Verrohrung der oberen Sektionen passen muss.

Die erste Sektion des Bohrlochs wurde mit 26 Zoll Durchmesser gebohrt. Diese Sektion war bis 1.300 Meter geplant, als aber der Bohrfortschritt ab 1.100 Meter aufgrund härteren Gesteins deutlich zurückging, wurde beschlossen bereits bei 1.200 Meter abzusetzen, die Verrohrung einzubauen und zu zementieren. Ab 1.200 Meter wurde dann mit dem kleineren Meißel der zweiten Sektion gebohrt, was wie erwartet deutlich schneller ging. Die zweite Sektion wurde bis 3.000 Meter mit 18 ½ Zoll gebohrt.

In der dritten Sektion ab etwa 3.000 Meter Tiefe wurde die Bohrung aus der vertikalen abgelenkt und langsam ein Winkel von 70 Grad Richtung Osten aufgebaut. Während des Neigungsaufbaus wurde die tonreiche Formation des Fischschiefers durchquert. Diese Formation war hier extrem bröselig, das Bohrloch blieb nicht stabil. Durch ein Anheben des Spülungsgewichtes konnte die Formation schließlich zurückgedrängt und in einem zweiten Versuch erfolgreich durchbohrt werden.

Von der dritten Sektion abwärts war dann mit kleinen Vorkommen von Erdgas zu rechnen, diese Vorkommen finden sich im Alpenvorland sehr häufig. Es handelt sich aber um Mengen, die weit unterhalb des ökonomisch Abbaubaren sind. Das Gas wird dann aus der Bohrspülung abgetrennt und auf eine Fackel im hinteren Bereich des Bohrplatzes geleitet, wo es abgebrannt wird. Tatsächlich ist Erdwärme Oberland erwartungsgemäß auf kleine Mengen von Erdgas gestoßen, die in wenigen Stunden abgefackelt waren.

Die vierte Sektion ist relativ kurz und reicht bis zur Oberkante des Heißwasser-Reservoirs, des Malms. Der Malm ist der Zeitabschnitt des mittleren Jura, mitten in der Zeit der Dinosaurier. Diese Gesteine kommen in der Nähe der Donau an die Oberfläche, wo sie die Fränkische und Schwäbische Alp aufbauen.

Die Bohrung hat nun die fünfte und letzte Sektion erreicht. Weitere Informationen hierzu und zu den nächsten Projektschritten folgen in Kürze. Der Beginn des Kraftwerksbaus ist für den Sommer 2018 geplant.